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    Erste Uni mit Signet "Bayern barrierefrei"

    04/13/2016

    Die Behindertenbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Irmgard Badura, hat der Universität Würzburg das Signet "Bayern barrierefrei" überreicht. Damit zeichnete Badura im Namen von Sozial-Staatsministerin Emilia Müller die Bemühungen der Uni im Bereich Inklusion und Barrierefreiheit aus.

    "An der Universität Würzburg werden die Rechte von Menschen mit Behinderung und Einschränkung ernst genommen", sagte Irmgard Badura am Donnerstagmorgen im Büro der Kontaktstelle für Studierende mit Behinderung und chronischer Erkrankung (KIS) der Uni Würzburg. Die Behindertenbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung ergänzte: "Ich freue mich daher sehr, dass ich im Namen von Staatsministerin Emilia Müller dieses Signet überreichen darf."

    Die Julius-Maximilians-Universität (JMU) ist die bislang einzige derart ausgezeichnete Uni Bayerns. Das Signet ist ein Instrument zur Erreichung des Ziels "Bayern barrierefrei 2023", das von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) in seiner Regierungserklärung formuliert wurde. Die Staatsregierung zeichnet mit dem Signet das Bemühen der Uni aus, bestmögliche Voraussetzungen für Studierende und Mitarbeiter mit Einschränkungen zu schaffen.

    Forchel: Meilenstein auf dem Weg zu umfangreicher Inklusion

    "Das Signet ist zugleich der Auftrag, an dem Thema dran zu bleiben. Sie sollen den Begriff Inklusion für Studierende und Mitarbeiter weiterhin mit Leben füllen", sagte Badura. Universitätspräsident Alfred Forchel nahm diese Aussage auf: "Auch wir verstehen das weniger als Auszeichnung – sondern vielmehr als Meilenstein auf dem Weg, als Institution dauerhaft umfangreiche Inklusion zu erreichen."

    Dies betreffe einerseits die Schaffung barrierefreier Gebäude, aber "insbesondere auch den generellen Abbau von Barrieren, mit denen Studierende mit Behinderung und chronischer Erkrankung ganz individuell konfrontiert sind", so Forchel. Beratung und studienbegleitende Unterstützung seien für due JMU ein ganz wesentlicher Bestandteil erfolgreicher Inklusion. Der Präsident sagte: "Um diese umfassende Inklusion zu erreichen, sind sicher noch weitere Anstrengungen nötig."

    Die Beratung wird an der JMU durch das von Sandra Möltner geleitete KIS-Büro gewährleistet. Hier stehen für Studierende Ansprechpartner bereit. Zudem können Assistenten Studierende im Alltag an der Uni begleiten und es gibt einen Hilfsmittel-Pool, wo etwa spezielle Notebooks oder Hörhilfen ausgeliehen werden können. "In den meisten Fächern ist ein Studium an der Uni Würzburg auch mit einer stärkeren Beeinträchtigung möglich. In der Regel können Bedingungen geschaffen werden, die ein erfolgreiches Studium ermöglichen", sagte Mölter.

    Einschränkungen oft nicht auf den ersten Blick sichtbar

    Auch Kanzler Uwe Klug zeigte sich durchaus stolz mit dem im Bereich Barrierefreiheit bisher Erreichten. Zahlreiche Gebäude der Uni sind in den vergangenen Jahren umgebaut worden. Es wurden Rampen und Aufzüge, Leitsysteme und Beschriftungen für Blinde und Sehbehinderte installiert. "Bei allen Planungen ist das Team der KIS von Anfang an dabei", sagte Klug und ergänzte: "Was uns Grenzen setzt, sind oft die finanziellen Mittel."

    Auf allen anderen Ebenen jedoch seien die Themen Inklusion und Barrierefreiheit etabliert. Dies zeige sich auch in vermeintlich weniger wichtigen Alltagssituationen in der Verwaltung: Jeder, der aus dem Bereich eine Rücksprache mit der Universitätsleitung benötige, bekäme schnell und unkompliziert einen Termin.

    Professor Reinhard Lelgemann, Beauftragter der Universitätsleitung für Studierende mit Behinderung und chronischer Erkrankung, machte darauf aufmerksam, dass ein wichtiger Teil der Arbeit in der Kontaktstelle die Beratung von Menschen betrifft, denen man die Einschränkung im Alltag nicht ansehe, und denen bauliche Maßnahmen nicht hülfen: "Mehr als 90 Prozent der Beratungsgespräche behandeln die Anliegen von Studierenden mit psychischen Erkrankungen", so Lelgemann.

    Hintergrund: Bayern barrierefrei 2023

    Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat in seiner Regierungserklärung im November 2013 das Ziel vorgegeben, das Land Bayern bis 2023 im gesamten öffentlichen Raum und Personennahverkehr (ÖPNV) komplett barrierefrei zu gestalten. Zur Umsetzung dieses Ziels wurden in einem ersten Schritt drei Handlungsfelder priorisiert und im Juli 2014 vom Ministerrat beschlossen. Sie umfassen die Bereiche Mobilität (ÖPNV und Bahnhöfe), Bildung (Kinderbetreuung und Schulen) sowie staatliche Gebäude, die öffentlich zugänglich sind. Die Auszeichnung "Bayern barrierefrei" soll positive Beispiele öffentlich sichtbar machen.

     

    Kontakt:

    Kontakt- und Informationsstelle für Studierende mit Behinderung und chronischer Erkrankung (KIS), E-Mail: kis@uni-wuerzburg.de, T.: +49 931 84052 und +49 174 300 771 7

    Von Marco Bosch

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